Grüße von den Ehemaligen aus Brüssel

Zum ersten Mal fand in Brüssel ein Treffen von neun Teilnehmern aus acht Jahren Zukunftsdialog statt.

Es grüßen v.l.n.r.: Philipp Nießen (2016), Katharina Kleine-Tebbe (2014), Gabriel Richard-Molard (2014), Mélanie Voin (2014), Gaëtan Claeys (2013), Benoît Roussel (2008), Marc Lendermann (2015), Jan Bahr-Vollrath (2016), Yann-Sven Rittelmeyer (2009)

Erstes Seminar des Jahrgangs 2016: Auftakt in Dijon

Die deutsch-französische Zusammenarbeit steht angesichts der vielen Krisen inner- und außerhalb der EU vor wichtigen Herausforderungen. Wie groß ist das Verständnis auf beiden Seiten noch? Diese Frage stand vor dem Hintergrund verschiedener aktueller Themen im Mittelpunkt eines dreitägigen Seminars des Deutsch-französischen Zukunftsdialogs in Dijon.

In Gesprächen mit Experten aus Wissenschaft, Politik und Medien konnte die Teilnehmergruppe aus zwanzig deutschen und französischen Berufseinsteigern und Doktoranden das Thema der Flüchtlingskrise aus ganz unterschiedlichen Perspektiven betrachten und diskutieren. Außerdem setzten sich die Teilnehmer mit dem Schwerpunktthema des diesjährigen Jahrgangs auseinander: Wie kann Jugendarbeitslosigkeit in Europa langfristig bekämpft werden? Dieses Thema wird die Teilnehmer auch bei den nächsten beiden Seminaren in Deutschland und im diesjährigen Gastland Spanien begleiten.

Was wäre wenn...? Der Deutsch-Französische Zukunftsdialog entwirft ein Bild der EU im Jahr 2025 - mit dem Vereinigten Königreich als Mitglied

Der thematische Schwerpunkt des letzten Seminars in Bradford, mit Unterstützung von zehn britischen Teilnehmern, war die Zukunft der EU angesichts eines möglichen „Brexit“, eines Austritts Großbritanniens aus der EU. Anhand der Foresight-Methode entwickelten die Teilnehmer eine Vision, wie die EU 2025 aussehen könnte.

Nach intensiver Debatte entschieden sich die Seminarteilnehmer für die Vision einer EU im Jahre 2025, in der das Vereinigte Königreich auch nach dem Brexit-Referendum Mitglied ist. Durch den Ansatz des Visioning näherten sich die Teilnehmer der Frage, wie die Union 2025 aussehen könnte, und legten folgende Kernthemen zur Bearbeitung fest: Demokratie, Mitgliedschaft, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, Finanzen und Wirtschaft, Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Nachhaltigkeit und Mobilität. Die für jedes Kernthema festgelegten Ziele fanden Ausdruck in Zeitungsschlagzeilen, wie „EU-Bürger dürfen in der gesamten Union wählen – unabhängig vom Wohnsitz“. Mithilfe des sogenannten Road-Mapping wurden anschließend Schritte festgelegt, um das gesetzte Ziel im Jahr 2025 zu erreichen.

Der Bericht ist Ergebnis eines Workshops im Rahmen des Deutsch-französischen Zukunftsdialogs, einem Programm für junge Nachwuchskräfte aus Deutschland und Frankreich, organisiert durch die DGAP, das Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) des Institut français des relations internationales (Ifri) und in Zusammenarbeit und mit der Unterstützung der Robert Bosch Stiftung.

Eine detaillierte Beschreibung der Vorgehensweise und alle Ergebnisse sind hier auf Englisch und hier auf Deutsch nachzulesen.

Wahlabend mit dem Deutsch-französischen Zukunftsdialog

Frankreich hat gewählt: Trotz enormen Erfolgs im ersten Wahlgang der Regionalwahlen konnte der Front National keine Region gewinnen.

Doch was bedeutet dieses Ergebnis für die deutsch-französischen Beziehungen und die europäische Integration? Wie wird sich die politische Kultur Frankreichs ändern in einem System mit nun drei führenden Parteien? Und welche Rolle kommt den etablierten Parteien beim Umgang mit Rechtspopulisten zu?

Gemeinsam mit Sabine Ruß-Sattar, Professorin für Vergleichende Politikwissenschaft in Kassel und Associate Fellow in der DGAP, diskutierten Alumni des Deutsch-französischen Zukunftsdialogs aktuelle Fragen zur französischen Regionalwahl und verfolgten live die Übertragung der Ergebnisse. Sébastien Vannier, Journalist und Alumnus des Zukunftsdialogs moderierte die Veranstaltung.

Drittes Seminar des Jahrgangs 2015: zu Gast im Vereinigten Königreich

Das dritte Seminar des Deutsch-französischen Zukunftsdialogs 2015 stand ganz im Zeichen seines diesjährigen Gastlandes, dem Vereinigten Königreich. Wie hat sich die Politik Großbritanniens seit den Wahlen im Mai 2015 entwickelt? Welche Auswirkungen hat der wachsende Zuspruch für populistische und euroskeptische Parteien in Deutschland, Frankreich und Großbritannien? Wie wird die derzeitige Flüchtlingskrise in den drei Ländern beurteilt und welche europäische Lösung gibt es?

Auch die hochaktuelle Frage des britischen Referendums über den Verbleib in der EU wurde diskutiert: Während eines Workshops setzten sich die deutschen, französischen und britischen Teilnehmer mit der Frage auseinander, wie eine EU im Jahr 2025 aussehen müsste, in der das Vereinigte Königreich weiterhin Mitglied ist. Dabei hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich mit dem britischen MdEP Richard Corbett auszutauschen. Neben den Diskussionen mit Experten aus Wissenschaft und Praxis konnten die Teilnehmer Bradfords industrielles Erbe entdecken und mehr über das multikulturelle Leben in der nordenglischen Stadt erfahren.

Das Projekt Deutsch-französischer Zukunftsdialog, das gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), dem Institut français des relations internationales (Ifri) und der Robert Bosch Stiftung organisiert wird, führt jährlich 20 Nachwuchskräfte aus Deutschland und Frankreich zusammen, die im Austausch mit Experten neue Lösungsansätze deutscher, französischer und europäischer Politik diskutieren.

Zugleich müssen Deutschland und Frankreich aktiv den Austausch mit ihren europäischen Nachbarn suchen, um gemeinsam neue Lösungswege für die aktuellen europäischen Herausforderungen zu diskutieren und aufzuzeigen. Im Jahr 2015 war der Zukunftsdialog daher in Großbritannien zu Gast.

 

 

Den deutsch-französischen Dialog öffnen: Dreieckskonstellationen im Dienste der europäischen Integration

Die Europäische Union steht vielen Herausforderungen gegenüber: sei es die wirtschaftliche Spaltung zwischen Nord und Süd, die traditionelle Opposition zwischen großen und kleinen Mitgliedstaaten oder die Unterschiede zwischen den Ländern der Euro-Zone.

Um diese Herausforderungen erfolgreich zu meistern, müssen Deutschland und Frankreich stärker mit ihren europäischen Partnern zusammenarbeiten. Die Studie "Den deutsch-französischen Dialog öffnen: Dreieckskonstellationen im Dienste der europäischen Integration" analysiert die Öffnung der deutsch-französischen Zusammenarbeit gegenüber Drittstaaten und europäischen Institutionen. In zehn Fallstudien erläutern die Autoren das Potenzial solcher "Trialoge" für die europäische Integration, indem sie sich auf vier Schwerpunkte konzentrieren: Wirtschaft, Außen- und Sicherheitspolitik sowie Energiepolitik und Migrationspolitik.

Diese Studie entstand im Rahmen des Deutsch-französischen Zukunftsdialogs. Im Jahr 2014 hat sich das Projekt mit dem Partnerland Italien erstmals gegenüber einem anderen Mitgliedstaat der EU geöffnet - 2015 ist der Zukunftsdialog zu Gast im Vereinigten Königreich. Ziel ist es, zukünftige Entscheider eines Drittlandes am deutsch-französischen Austausch und den aktuellen Fragen zu Europa zu beteiligen und so die Diskussionen zu bereichern. Dieses Format hat sich bewährt und ist nun integraler Bestandteil des Programms.

Während also der Zukunftsdialog eine Öffnung der deutsch-französischen Zusammenarbeit erfährt, erscheint es unerlässlich, gleichzeitig die Reflexionen über mögliche Formen der trilateralen Kooperation im Dienste der europäischen Integration zu bereichern.

Deutsche Version: "Den deutsch-französischen Dialog öffnen: Dreieckskonstellationen im Dienste der europäischen Integration"

Französische Version: « Repenser la géometrie franco-allemand : des triganles au service de l'intégration européenne »

Englische Version: "Opening up the Franco-German Dialogue: How Trialogues Can Enhance European Integration"