Fortsetzung in der Hansestadt Lübeck: zweites Seminar des Jahrgangs 2016

Gleich zweimal war Frankreich 2015 Zielscheibe des islamistischen Terrorismus. Doch was bedeutet dies für die Außenpolitik Deutschlands und Frankreichs? Und wie kann die Gesellschaft selbst damit umgehen, dass sich auch mitten in Europa Menschen radikalisieren? Diese Thematik bildete den inhaltlichen Schwerpunkt des zweiten Seminars des Deutsch-französischen Zukunftsdialogs 2015.

Neben den sicherheitspolitischen Konsequenzen wie der Diskussion über ein stärkeres deutsches Engagement an der Seite Frankreichs in Syrien zur Bekämpfung des „Islamischen Staats“ konnten sich die Teilnehmer auch mit verschiedenen Experten darüber austauschen, mit welchen Maßnahmen die religiöse Radikalisierung in Deutschland und Frankreich bekämpft werden kann. Außerdem führte die Gruppe einen Foresight-Workshop zum Thema „Jugendarbeitslosigkeit in der EU“ fort, den sie bereits beim ersten Seminar in Dijon begonnen hat.

Bei einer Fahrradtour rund um Lübecks Altstadt konnte der aktuelle Jahrgang die Ehemaligen des Projekts kennenlernen, die sich zeitgleich zu ihrer jährlichen Sitzung des Alumnivereins ADAFA in der Hansestadt trafen.

 

Wahlabend mit dem Deutsch-französischen Zukunftsdialog

Frankreich hat gewählt: Trotz enormen Erfolgs im ersten Wahlgang der Regionalwahlen konnte der Front National keine Region gewinnen.

Doch was bedeutet dieses Ergebnis für die deutsch-französischen Beziehungen und die europäische Integration? Wie wird sich die politische Kultur Frankreichs ändern in einem System mit nun drei führenden Parteien? Und welche Rolle kommt den etablierten Parteien beim Umgang mit Rechtspopulisten zu?

Gemeinsam mit Sabine Ruß-Sattar, Professorin für Vergleichende Politikwissenschaft in Kassel und Associate Fellow in der DGAP, diskutierten Alumni des Deutsch-französischen Zukunftsdialogs aktuelle Fragen zur französischen Regionalwahl und verfolgten live die Übertragung der Ergebnisse. Sébastien Vannier, Journalist und Alumnus des Zukunftsdialogs moderierte die Veranstaltung.

Den deutsch-französischen Dialog öffnen: Dreieckskonstellationen im Dienste der europäischen Integration

Die Europäische Union steht vielen Herausforderungen gegenüber: sei es die wirtschaftliche Spaltung zwischen Nord und Süd, die traditionelle Opposition zwischen großen und kleinen Mitgliedstaaten oder die Unterschiede zwischen den Ländern der Euro-Zone.

Um diese Herausforderungen erfolgreich zu meistern, müssen Deutschland und Frankreich stärker mit ihren europäischen Partnern zusammenarbeiten. Die Studie "Den deutsch-französischen Dialog öffnen: Dreieckskonstellationen im Dienste der europäischen Integration" analysiert die Öffnung der deutsch-französischen Zusammenarbeit gegenüber Drittstaaten und europäischen Institutionen. In zehn Fallstudien erläutern die Autoren das Potenzial solcher "Trialoge" für die europäische Integration, indem sie sich auf vier Schwerpunkte konzentrieren: Wirtschaft, Außen- und Sicherheitspolitik sowie Energiepolitik und Migrationspolitik.

Diese Studie entstand im Rahmen des Deutsch-französischen Zukunftsdialogs. Im Jahr 2014 hat sich das Projekt mit dem Partnerland Italien erstmals gegenüber einem anderen Mitgliedstaat der EU geöffnet - 2015 ist der Zukunftsdialog zu Gast im Vereinigten Königreich. Ziel ist es, zukünftige Entscheider eines Drittlandes am deutsch-französischen Austausch und den aktuellen Fragen zu Europa zu beteiligen und so die Diskussionen zu bereichern. Dieses Format hat sich bewährt und ist nun integraler Bestandteil des Programms.

Während also der Zukunftsdialog eine Öffnung der deutsch-französischen Zusammenarbeit erfährt, erscheint es unerlässlich, gleichzeitig die Reflexionen über mögliche Formen der trilateralen Kooperation im Dienste der europäischen Integration zu bereichern.

Deutsche Version: "Den deutsch-französischen Dialog öffnen: Dreieckskonstellationen im Dienste der europäischen Integration"

Französische Version: « Repenser la géometrie franco-allemand : des triganles au service de l'intégration européenne »

Englische Version: "Opening up the Franco-German Dialogue: How Trialogues Can Enhance European Integration"