Auftaktseminar des neunten Jahrgangs des Deutsch-französischen Zukunftsdialogs

Wie kann die anhaltende Krise in der Eurozone trotz unterschiedlicher Wirtschaftsmodelle überwunden werden? Wie verändern sich die deutsch-russischen und französisch-russischen Beziehungen im Zuge des Konflikts in der Ukraine? Wie hat dieser Konflikt die ukrainische Zivilgesellschaft verändert?

Diese außen und europapolitischen Fragestellungen standen im Zentrum des 3-tägigen Auftaktseminars des neunten Jahrgangs des Deutsch-französischen Zukunftsdialogs in Leipzig, bei dem zwanzig Berufseinsteiger und Doktoranden aus Deutschland und Frankreich die Rolle beider Länder bei der Bewältigung aktueller Herausforderungen diskutierten.

Gemeinsam mit Experten aus Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft konnten die Teilnehmer verschiedene Perspektiven auf aktuelle Themen austauschen. Neben den inhaltlichen Dikussionen hatten sie außerdem die Möglichkeit, bei einer Architekturführung den Wandel der ehemaligen Industrievorstadt Plagwitz zum modernen Wohn- und Künstlerviertel zu betrachten.

Seminarprogramm

Zweites Seminar des Deutsch-französischen Zukunftsdialogs

Die Chancen und Risiken des Handelsabkommens TTIP, deutsche und französische Antworten auf den "Dschihad-Tourismus" und der Stand einer neuen digitalen Agenda - die Themen des zweiten Seminars des Deutsch-französischen Zukunftsdialogs 2015 in Lyon widmeten sich einer Vielfalt aktueller Fragestellungen, die die Teilnehmer gemeinsam mit Experten aus Wissenschaft und Praxis diskutieren konnten. Bei einer öffentlichen Podiumsdiskussion stand außerdem die Frage nach den Möglichkeiten einer europäischen Außenpolitik auf dem Programm.

Gemeinsam mit den Ehemaligen des Deutsch-französischen Zukunftsdialogs entdeckte die Gruppe im Rahmen des Kulturprogramms Lyons neues Viertel "Confluence" und das gleichnamige Museum zur Kulturgeschichte des Menschen.

Seminarprogramm

Drittes Seminar des Jahrgangs 2015: zu Gast im Vereinigten Königreich

Das dritte Seminar des Deutsch-französischen Zukunftsdialogs 2015 stand ganz im Zeichen seines diesjährigen Gastlandes, dem Vereinigten Königreich. Wie hat sich die Politik Großbritanniens seit den Wahlen im Mai 2015 entwickelt? Welche Auswirkungen hat der wachsende Zuspruch für populistische und euroskeptische Parteien in Deutschland, Frankreich und Großbritannien? Wie wird die derzeitige Flüchtlingskrise in den drei Ländern beurteilt und welche europäische Lösung gibt es?

Auch die hochaktuelle Frage des britischen Referendums über den Verbleib in der EU wurde diskutiert: Während eines Workshops setzten sich die deutschen, französischen und britischen Teilnehmer mit der Frage auseinander, wie eine EU im Jahr 2025 aussehen müsste, in der das Vereinigte Königreich weiterhin Mitglied ist. Dabei hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich mit dem britischen MdEP Richard Corbett auszutauschen. Neben den Diskussionen mit Experten aus Wissenschaft und Praxis konnten die Teilnehmer Bradfords industrielles Erbe entdecken und mehr über das multikulturelle Leben in der nordenglischen Stadt erfahren.

Das Projekt Deutsch-französischer Zukunftsdialog, das gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), dem Institut français des relations internationales (Ifri) und der Robert Bosch Stiftung organisiert wird, führt jährlich 20 Nachwuchskräfte aus Deutschland und Frankreich zusammen, die im Austausch mit Experten neue Lösungsansätze deutscher, französischer und europäischer Politik diskutieren.

Zugleich müssen Deutschland und Frankreich aktiv den Austausch mit ihren europäischen Nachbarn suchen, um gemeinsam neue Lösungswege für die aktuellen europäischen Herausforderungen zu diskutieren und aufzuzeigen. Im Jahr 2015 war der Zukunftsdialog daher in Großbritannien zu Gast.

 

 

Was wäre wenn...? Der Deutsch-Französische Zukunftsdialog entwirft ein Bild der EU im Jahr 2025 - mit dem Vereinigten Königreich als Mitglied

Der thematische Schwerpunkt des letzten Seminars in Bradford, mit Unterstützung von zehn britischen Teilnehmern, war die Zukunft der EU angesichts eines möglichen „Brexit“, eines Austritts Großbritanniens aus der EU. Anhand der Foresight-Methode entwickelten die Teilnehmer eine Vision, wie die EU 2025 aussehen könnte.

Nach intensiver Debatte entschieden sich die Seminarteilnehmer für die Vision einer EU im Jahre 2025, in der das Vereinigte Königreich auch nach dem Brexit-Referendum Mitglied ist. Durch den Ansatz des Visioning näherten sich die Teilnehmer der Frage, wie die Union 2025 aussehen könnte, und legten folgende Kernthemen zur Bearbeitung fest: Demokratie, Mitgliedschaft, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, Finanzen und Wirtschaft, Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Nachhaltigkeit und Mobilität. Die für jedes Kernthema festgelegten Ziele fanden Ausdruck in Zeitungsschlagzeilen, wie „EU-Bürger dürfen in der gesamten Union wählen – unabhängig vom Wohnsitz“. Mithilfe des sogenannten Road-Mapping wurden anschließend Schritte festgelegt, um das gesetzte Ziel im Jahr 2025 zu erreichen.

Der Bericht ist Ergebnis eines Workshops im Rahmen des Deutsch-französischen Zukunftsdialogs, einem Programm für junge Nachwuchskräfte aus Deutschland und Frankreich, organisiert durch die DGAP, das Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) des Institut français des relations internationales (Ifri) und in Zusammenarbeit und mit der Unterstützung der Robert Bosch Stiftung.

Eine detaillierte Beschreibung der Vorgehensweise und alle Ergebnisse sind hier auf Englisch und hier auf Deutsch nachzulesen.